TOP Ö 8: Referat des Geschäftsführers des Zweckverbandes, Lothar Arlinghaus,
Information über die Möglichkeit der Nutzung der auf der Mülldeponie anfallenden Abwärme

Beschluss: Zur Kenntnis genommen

Herr Arlinghaus berichtet, dass mit dem Dorf Wiefels Verhandlungen geführt werden, dort ein Nahwärmenetz zu installieren, welches die Abwärme der Generatoren der Blockheizkraftwerke bei der Deponiegasverwertung nutze. Es bestehe großes Interesse beim Landkreis, bei der Gemeindeverwaltung Wangerland und bei der Kirche. Wiefels habe ca. 120 Haushalte, von denen 100 angeschlossenen werden müssten, damit das Projekt wirtschaftlich sei. Für die Verteilung der Wärme werde eine Genossenschaft gebildet, es sei mit Kosten für die Teilnehmer von etwa 1.500 € für die Genossenschaftsanteile sowie ca. 2.500 € netto für die Installation der Wärmeübergabe je Anschlussnehmer zu rechnen. Die Investitionssumme betrage ca. 1,8 Mio € netto. Man gehe von einem Wärmeumsatz von 2,3 Mio kWh aus.

Erfahrungswerte dazu liefert die vergleichbare Anlage in Ardorf, Kreis Wittmund.

Die geplanten Wärmebezugskosten seien neben einer noch nicht festgelegten geringen Grundgebühr mit 6,2 Cent je kWh  zwar zur Zeit ein Cent teurer als vergleichbare Lieferungen. Durch die Preissteigerungen der nächsten Jahre werde dieser Wert jedoch schnell überholt werden.

 

Herr Janßen erkundigt sich nach einer möglicher Versorgung für Jever.

 

Herr Schwanzar fragt nach Garantien für eine langfristige Versorgung von 25 Jahren.

 

Herr Arlinghaus bestätigt, dass eine Leitungslänge von 4 – 5 km heute kein Problem mehr sei. Hinsichtlich der Garantien sollte das in den Verträgen geklärt werden. Er plädiere jedoch für kürzere Zeiträume. Der Abgabepreis für die Wärme von seiten des Zweckverbandes betrage voraussichtlich 1 Cent pro kWh.

 

Auf die Frage von Herrn Schwanzar, ob auch Wärmezuflüsse aus anderen Quellen in solch ein Wärmenetz – z. B. aus Biogasanlagen – erfolgen könne, erläutert Herr Arlinghaus, dass eine reduntante Versorgung für Ausfallzeiten immer von Vorteil sei. Eine Gaslieferung in die Stadt sei nicht möglich, da der produzierte Strom und der größte Teil der erzeugten Wärme vor Ort in den Anlagen der Abfallaufbereitung gebraucht werde.

 

Der Einwand von Herrn Harms, dass mit einem Anschluss des Dorfes Wiefels die zur Verfügung stehende Wärme vorerst verbraucht sei, wird von Herrn Arlinghaus bestätigt. Erst ein Zubau von weiterer Energieerzeugung sowie die Verbesserung der Energieeffiziens im Abfallwirtschaftszentrum eröffne neue Versorgungsmöglichkeiten.